Der Kroatien-Trip

Bin losgefahren – endlich. Nach einer laaaangen Fahrt habe ich irgendwann um 19:00 Uhr keine Lust mehr. Bin im Bayerischen Wald gelandet und schlafe irgendwo im Wald, zufällig in der Nähe von Gut Aiderbichl. Die Landschaft ist in einen diesigen Schleier getaucht – wie bei uns daheim auch.

Nach meinem ausgiebigen Besuch auf Gut Aiderbichl fahre ich um 13:00 Uhr los. Ich fahre, fahre, fahre … bis 1/2 11 Uhr nachts. Bin irgendwo in Slowenien Richtung Zagreb auf einem Parkplatz schlafen.

Opel KozinaUm 6:00 Uhr morgens gehts weiter. Die Lichtmaschine leuchtet auf – oh nein. Ich bleibe beim nächsten Parkplatz stehen, schaue in den Motorraum und stelle fest, dass der Öldeckel fehlt. Ich fahre die nächste Ausfahrt runter zu „Opel Kozina“ und hoffe, es wird nicht zu teuer. Nachdem ich das Öl aufgefüllt habe, ist wenigstens das Leuchten der Lichtmaschine weg. Ich warte bis geöffnet wird. 7:00 Uhr hoffe ich.

Autobahnschild RijekaAußerdem gibt es eine Reiseplanänderung. Ich fahre direkt nach Kroatien – ich brauche Entspannung nach dem ganzen Stress in Deutschland. Das ewige Fahren nervt mich jetzt schon und ich entscheide mich, den Weg nach Rijeka ans Meer zu nehmen. ich finde, drei Tage Autobahn und stressiges Fahren sind genug. Preis-Leistung: „da hätte ich auch mit dem Flieger fliegen können, das wäre billiger und stressfreier gewesen!“

Das Navi taugt auch nix. Ich wollte mein Ziel eingeben – den Ort gab es gar nicht, es wurde sogar nicht einmal der Anfangsbuchstabe selbst angezeigt. Wieder Geld zum Fenster raus geschmissen…

Es ist zehn vor acht, Opel Kozina öffnet die Pforten. Mir wird ganz freundlich ein starker Instantkaffee angeboten. Als ich den Zucker in den Kaffee schütte, rennt eine Schabe raus und wie wild auf dem Tisch herum. Ich muss lachen, habe irgendwie keine Lust mehr auf den Kaffee, nehme aber dennoch drei Schlucke. Ich denke mir: „ist schon wieder wie immer, wenn ich unterwegs bin…“

Als das Tier Anlauf nimmt und auf mich zurennt, puste ich es vom Tisch.

Ich bin voll müde, fahre ja jetzt schon den dritten Tag mit schlechtem und ungemütlichem Schlaf im Auto… Hoffentlich geht das mit dem Tankdeckel schnell, denn ich will endlich ans Meer – entspannen!

Bin nun, auf Anraten des Opelverkäufers, am Ersatzteilladen. ich treffe einen Kroaten, der in Nürnberg gelebt hat und sehr gut deutsch spricht. Wir unterhalten uns ganz gut. Der Ladenbesitzer gibt mir meinen neuen Öldeckel – er passt – hervorragend!

Der nette Herr vom Opelhaus sagte mir, er kostet 3€. Nun – als ich bezahlen soll – sagt der Ersatzteilverkäufer etwas vorsichtig und genuschelt: „23€“. Ich sage: „er kostet 3€“. Der Verkäufer sagt: „ok“.

Ich fahre weiter – glücklich – bedanke mich vorher bei allen und wünsche alles Gute, will noch tanken, ist ja billiger abseits der Autobahn. Die Maut-Abzocke ist schon teuer genug. Getankt. Ich will zahlen. Sie nehmen nur Kuna, keine Euro. Der Tankstellenwart entschuldigt sich tausend Mal. Er spricht auch sehr gut deutsch und schickt mich mit einem seiner Reinigungsmädels zur Poststelle um Geld zu wechseln. Ganz netter Zug von ihm, denke ich mir. Außer, dass ich das ganze Gepäck von vorne nach hinten umladen muss, verläuft alles ganz reibungslos. Wieder an der Tankstelle zahle ich und fahre weiter, nachdem der Tankstellenwart sich nochmal tausend Mal entschuldigt hat für die ganzen Unannehmlichkeiten. Ich dachte ich wäre im Euroland und müsste gar nicht wechseln…

WaldsterbenRijekaAuf dem Weg nach Rijeka – ugf. 40 km vorher – Waldsterben. Außer den totalen Kahlschlag in Perú, habe ich so etwas noch nie gesehen. Abgebrochene Bäume, alles verdörrt und kahl. Als es 13:30 Uhr ist, bin ich endlich da. Rijeka – eine Stadt, zwar am Meer, aber nicht so mein Ding. Also gehts weiter auf Krk, wo ich einen Campingplatz ansteuere. Als ich mir den Preis für mich, mein Zelt und Wagen ausrechnen lasse, bin ich innerlich geschockt: 36!!!€ für eine Nacht. Gehts noch? Wahnsinn, für das Geld bekomme ich ein gutes Zimmer in einer Pension mit weicher Matratze und evtl. noch Fernseher.Ich denke mir: „die Leute haben echt viel Geld, wenn sie so viel Geld für einen popeligen Platz auf dem Campingareal bezahlen“. Ganz zu schweigen von den Campern mit ihren teuren Luxuswägen.

KieselstrandBrücke KrkNaja – egal. Es ist heiß und ich will ans Meer, also sehe ich mir den Campingplatz an. Das Wasser ist schön klar, der Kieselstrand sehr hart. Ich gehe ins Restaurant und trinke erst mal eine eiskalte Limonade. Hab ich mir auch irgendwie verdient nach der langen und heißen Fahrt. Internetanschluss gibt es auch und eine Pizza mit extra viel Knoblauch, die geradezu im Öl schwimmt…

Auf dem Weg nach Baska entdecke ich einen tollen Strand, an dem auch die Einheimischen baden gehen. Eine Partymeile mit Ausleihständen und direktem Zugang zum Meer – perfekt.  Kurzentschlossen biege ich ein, parke und ab ins Wasser – ahhhhhh….endlich richtig baden. Abkühlen nach drei heißen Tagen Autofahrt. Relaxed baue ich mir abends mein Tischchen auf, zische mein Feierabendbier und genieße den Sternenhimmel.

Ich entscheide mich für noch eine Nacht im Auto, stehe frühmorgens schon um fünf Uhr auf und starte eine Erkundungstour. heute steht richtige Entspannung auf dem Plan. Schwimmen, schnorcheln, Boot fahren, essen, trinken. Dolce Vita. Nette Menschen kennen lernen. Ich freue mich, die Leute sind entspannt und offen sowie hilfsbereit und – sie lächeln. Kenn´ ich gar nicht mehr, dass Menschen lächeln können.

Als ich mein Schlauchboot aufpusten will werde ich promt gefragt ob ich Hilfe brauche. Super ja! Sage ich und bekomme eine tolle Doppelhubpumpe. Das Boot ist im Null Komma Nix startklar. Ich klemme mir den Schnorchel aufs Gesicht und los gehts. Ein Bootfahrversuch geht schief. Beim paddeln merke ich schnell, dass der Wind zu stark ist und mich aufs Meer raus drückt. Ich paddel um mein Leben! (…ganz so schlimm wars nicht 😉 aber es ging beängstigend schnell Richtung offenes Meer)

Zwei Tage genieße noch das Strandleben, lerne ein Verkaufsteam kennen – sie verkaufen Trips auf dem „Seabob“. Cooles Teil. Zehn Minuten fahren kostet 100 Kuna – so um die 12,50€. Schon teuer, deshalb verhandel ich ein bisschen – mit Erfolg. Ich darf sieben Minuten für 50 Kuna fahren. Geiles Teil. Du kannst richtig schnell durchs Wasser flitzen und sogar abtauchen und unter Wasser weiter fahren…Spitzenteil – ich fühle mich wie James Bond und mir wird gesagt, ich bin die erste Frau, die es testet.

Leider bekommt der Junge Ärger mit seinem Chef – ein Deutscher – weil er nichts verkauft hat an dem Tag und mir noch für einen günstigeren Preis den Ride verkauft hat. Dummer Chef, denke ich mir, denn wenn ich nicht gewesen wäre, hätte er gar nichts eingenommen. Also gehe ich mit dem Prospekt los und fange an am Strand zu verkaufen. Eine halbe Stunde spreche ich Badegäste an – danach – die ersten Kunden. Ein Papa mit seinen beiden Kindern. Super, denke ich mir, denn für morgen haben sich auch schon zwei angemeldet.

Der dumme Chef ärgert sich weiter. Ich denke mir: „muss der blöd sein – demotiviert seine Verkäufer und ärgert sich dann noch, wenn diesen von Fremden geholfen wird“.

Mann auf FrauAbendbierIch sitze öfter mit den Jungs vom Strand zusammen und wir unterhalten uns sehr gut, reden über Göttin und die Welt 😉 alles ist entspannt und ich lerne
auf diese Weise so ein bisschen die Sicht und das Leben des kroatischen Volkes kennen. Zeit genug auch, um die Menschen am Strand zu beobachten und sich zu wundern, was sich manche Frauen von ihren Männern so alles gefallen lassen…

Auch dieser Tag geht zu Ende. Ich trinke mein Bier auf der Barterrasse und genieße den Sonnenuntergang.

Letzter Tag am Strand – ich gehe an den FKK-Strand und mir glotzen jede Menge gebückte, nackte Rentner-Hintern entgegen. Ein Bild, das ich nie vergessen werde!

RentnerpoDer Künstler

Ich habe mein ruhiges Plätzchen gefunden. Auf einmal gesellt sich ein Mann zu mir, baut seinen Schirm auf, gibt sich als Maler aus und will ein Aktbild von mir malen. Ich stimme zu – mal sehen, was er auf dem Kasten hat. Die Situation ist etwas eigenartig und ich merke schon jetzt, dass dieser Mensch andere Absichten hat. Ich höre mir seine Geschichten an, auch dass er eine Frau hat, mit der er glücklich ist. Er erzählt mir, er hätte eine Ausbildung gemacht mit der er nun chinesische Heilmassagen anbieten kann. Als die Frage kommt: „möchtest du eine Massage haben?“. Sage ich laut und verständlich, fast abwertend: „NEIN DANKE!“

Er zieht Leine, ich habe meine Ruhe wieder und genieße die letzten Sonnenstrahlen, bevor ich morgen Kroatien wieder verlasse…

WeihnachtskostümeSeehechtEs ist sowas von heiß, dass selbst ich es nicht aushalte. Einen Tag am Strand hänge ich doch noch dran, aber die Hitze ist echt krass. Einmal noch besuche ich den Krk-er Campingplatz. Heute wird hier „Happy Half New Year“ gefeiert und alle laufen in Weihnachtskostümen mitten im Sommer rum. Auch etwas seltsam, denke ich mir, aber die Kroaten haben eben auch ihren Humor und lachen, als ich sie auf ihre eigenartige Feier anspreche :-D. Ich gönne mir einen gegrillten Seehecht im Restaurant und lasse mir die eiskalte Limonade die Kehle runter laufen. Das alles bei angenehmer Partymusik.

Ein Tag also noch am Strand, den ich in vollen Zügen genieße. Ich wundere mich, dass es so eben ins Wasser rein geht. Ein Mann hat so eine Art Einstiegsbahn geschaffen – mords Arbeit. Er hat stundenlang die großen Kieselsteine aus dem Meer geräumt 😀 Die Seeigel waren dann wenigsten auch nicht mehr so zahlreich vorhanden…

SeeigelinvasionGrilleÜberhaupt kannst du nur mit Badeschuhen in Kroatien ins Wasser, eben wegen der zahlreichen Seeigel dort und der groben Kieselsteine. Beim Rückweg entdecke ich noch eine der lautzirpenden Grillen, die sonst eher schwer zu Gesicht zu bekommen sind. Das war in Kroatien übrigens auch meine schönste Begegnung. Wunderschön golden haben ihre Flügel geschimmert…fasziniert bleibe ich stehen und freue mich über ihren Anblick.

Nach ÖsterreichDer Blitzurlaub in Kroatien ist nun zu Ende und ich mache mich auf den Weg nach Österreich. Es ist einfach zu heiß. Sogar für

Conny Keule

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Mein Besuch auf Gut Aiderbichl

Auf meiner Urlaubsreise verlasse ich die Autobahn und biege zufällig zu Gut Aiderbichl ab. Ein Gut, das ich schon lange einmal besuchen möchte. Schön, denke ich mir, erkunde das Gut und seine Geschichte und habe noch ein kurzes Interview mit Jessica – einer Tierpflegerin, die ihren Beruf mit ganzem Herzen ausübt.

Jessica freut sich, wenn du sie kontaktierst und eine Patenschaft für ein Tier annimmst:
Email: jessica.beermann1@gmx.de
Telefon: 0171-8410035

Gut Aiderbichl gibt es einmal im Bayerischen Wald und in Salzburg in Österreich. Michael Aufhauser, der Gründer des Gnadenhofes für Tiere, baute das Gut in Deggendorf im Jahr 2000 auf.
Interessant ist auch die Bedeutung des Namens. „Ayd“ bedeutet Feuer und „Bichl“ Hügel. Gut Aiderbichl ist damit ein Kraftplatz für Tiere.
Schön finde ich auch, dass die Tiere frei umher laufen und man spürt, dass sie sich einfach wohl fühlen.
Vor allem das Katzenhaus strahlt diese Wohlfühlatmosphäre aus. Die Katzen haben eine komplette Villa für sich.

Neben der Katzenvilla gibt es einen riesigen Taubenschlag. In meinem Rundumvideo kannst du dir alles kurz und auf einen Blick anschauen.

Ganz besonders möchte ich die Geschichte der Kuh Yvonne hervorheben, da diese bezeichnend ist für die Einstellung zu Tieren auf dem Hof.

Kuh Yvonne

Wenn du den Tieren auf Gut Aiderbichl helfen möchtest, dann komm doch einmal zu Besuch oder nimm eine Patenschaft an. Sicher sind Pfleger und Tiere dankbar für jede Art von Unterstützung.

Patenschaft

Ein Besuch lohnt sich allemal. Trink einen Kaffee, iss ein Eis oder einen Kuchen und fühl dich wohl. Auch Hunde dürfen mit, allerdings an der Leine, da die Tiere ja frei rum laufen. Die Hundewiese auf dem Gut darf auch mit benutzt werden und so wird der Ausflug zur Freude für die ganze Familie.

Jessica freut sich, wenn du sie kontaktierst und eine Patenschaft für ein Tier annimmst:
Email: jessica.beermann1@gmx.de
Telefon: 0171-8410035

Spenden jeglicher Art sind willkommen, Patenschaften sind eine sehr sinnvolle Unterstützung. Weitere Auskunft erhältst du von Jessica. Melde dich einfach bei ihr.

Alles Gute für die Tiere, Conny Keule

Pilgerreisen – Pilgern auf dem Jakobsweg Spanien

Die Pilgerreise planen – Ist Pilgern was für mich?

Bist du reiselustig? Bist du vielleicht schon reiseerfahren? Oder reizt es dich einfach selber mal ein kleines Abenteuer zu unternehmen?

Vielleicht ist es ja ein langersehnter Wunsch von dir mal aus dem grauen Alltag auszubrechen und etwas ganz anderes zu erleben!?

Spanien ist eines unserer Nachbarländer und aufgrund der kurzen Entfernung perfekt zum reisen bzw. pilgern. Und vielleicht ist pilgerreisen ja genau das Richtige für dich. Pilgern auf dem Jakobsweg Spanien ist seit Hape Kerkeling richtig im Trend, aber was macht pilgern so interessant und worauf ist zu achten?

Ich habe auf meiner persönlichen Pilgerreise Menschen aller Altersklassen getroffen und war begeistert über jene, die sich mit 80! Jahren noch auf den Weg gemacht haben.

Wenn du also denkst, du kannst das nicht mehr, weil du vielleicht zu alt wärst, dann irrst du dich, denn viele vor dir haben das bereits – auch in einem hohen Alter – schon durchgezogen. Es kommt einzig und allein darauf an, dass du in deinem eigenen Rhythmus läufst.

Das Publikum auf dem spanischen Jakobsweg: Wen haben wir getroffen? Pilgerreisen bieten sich heute nicht nur für Gläubige Menschen an. Der spanische Jakobsweg ist auch und vor allem für Reiselustige, Abenteurer und Sportler interessant, da er mit seiner speziellen Charakteristik für echte Abwechslung sorgt. Wir haben also Gläubige getroffen, Frauen, Männer, Kinder, Esel, Hunde, Radsportler und einsame Wanderer 😉

Jakobsweg_Josef

Wie ist das mit den Herbergen?

Bevor du den Jakobsweg antrittst, musst du dir einen „Pilgerpass“ besorgen. In diesen Pilgerpass kommen die ganzen Stempel rein, die du dir unterwegs in den Kirchen oder „Peregrino-Büros“ abholst. Damit du als echter Pilger oder echte Pilgerin angesehen wirst, brauchst du diesen Pass mit den zugehörigen Stempeln. Du bekommst dann auch einen Platz in den vielen Herbergen, die es auf dem Weg gibt!

Wichtig sind diese Nachweise dann, wenn du dir die Pilger-Urkunde ausstellen lassen willst. Ist auch was schönes zum einrahmen 😉

Diese Urkunde ist auf Latein, da ich kein Latein in der Schule hatte, kann ich hier leider keine Übersetzung anbieten…kommt aber vielleicht noch.

Die Vegetation

Total unterschiedlich. Du bist gerade noch im „Ohnebaumland“ und stehst auch schon wieder irgendwie im Grünen. Tatsächlich aber ist die Vegetation nicht so schön saftig wie im französischen Teil. Wer von Frankreich aus startet, kommt durch den wunderschönen Pyrenäen-Teil. Nach Burgos fängt dann auch schon so langsam das Ohnebaumland an, hier ist mit Sonnenstich und Verbrennungen zu rechnen. Ich hatte ein komplett verbranntes Ohr und wir lagen öfter mal, wegen Überhitzung, im Straßengraben.

Jakobsweg_Kaputt

Die Temperaturen können auch sehr hoch steigen. Maximale Temperatur war bei uns 39°C. Stell dir vor mit 15 Kg Gepäck plus das Trinkwasser, das auch nochmal 3 Kg wiegt, dann weißt du, was ungefähr auf dich zukommen kann.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Bist du Frühaufsteher oder schläfst du lieber lange? Wir haben es immer geschafft, so ziemlich die letzten zu sein, die die Herberge verlassen. Was dazu geführt hat, dass wir oftmals auch die letzten Ankömmlinge in der nächsten Herberge waren…

Letzter sein bedeutet: kein Platz mehr.

Was machen, wenn kein Platz mehr da ist? Nun – du kannst draußen schlafen oder vielleicht findest du eine Privatperson, die ein Herz für dich offen hat und dich zur Übernachtung einlädt oder du läufst einfach nochmal 20 Km bis 30 Km weiter…

Es ist auf jeden Fall ratsam, sich die Routen so zu planen, dass man zu einer Uhrzeit ankommt, zu der es noch möglich ist Ausweichmöglichkeiten zu finden.

Manchmal aber ist es besser draußen zu schlafen, weil die Herbergen so überfüllt sind, dass man den Gestank der Ungewaschenen und deren Schnarchen einfach nicht mehr erträgt.

Ankunft in Santiago de Compostela

Endlich in Santiago de Compostela angekommen, geht es zur Andacht, in der ein 80 Kg schwerer Weihrauchkessel geschwenkt wird. Ein wirklich imposantes Ereignis. Danach ist man ganz benebelt von dem Weihrauchduft, der sich in der gesamten Kathedrale – und die ist riesig – ausbreitet.

Jakobsweg_Weihrauchkessel

Es wird gemunkelt, dass so viel Weihrauch zum Einsatz kommt, weil die ankommenden Pilger eine so stinkende Ausdünstung haben bzw. hatten, denn früher gab es ja nicht so viele Duschen direkt am Weg…

Von Santiago soll sich jeder am besten sein eigenes Bild machen. Ich hab mir meines gemacht, die Geschmäcker der Gestecker sind allerdings verschieden 😀

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Wie in meinem Film schon gesagt, solltest du nicht mehr als 8 Kg Gepäck dabei haben. So wird deine Pilgerreise auf dem Jakobsweg Spanien zu einem angenehmeren Erlebnis. Kocher brauchst du nicht, denn du kommst ständig durch Ortschaften. Quellen gibt es auch überall, aus denen du dein Trinkwasser schöpfen kannst. Die Tagesroute solltest du so planen, dass du rechtzeitig zur nächsten Herberge kommst. Fahre nie mit dem Bus nach Spanien! Warum erfährst du in meinem ebook.

Viel Spaß beim Pilgerreisen! Lies dir mein ebook durch „Jakobsweg Spanien – Reisebericht übers Pilgern“ und verschaffe dir einen ersten Eindruck, wie es sein kann. Alles Gute,

Deine Conny Keule

pilgerreise planen

Hier noch ein paar Bild-Impressionen vom Jakobsweg:

Heiltradition aus dem Regenwald Südamerikas und den Anden



Nur wenige der heute in den Anden und im Regenwald lebenden Einheimischen sind aufgrund der Industrialisierung und der Globalisierung interessiert an der Praktizierung und der Wissenssammlung ihrer eigenen medizinischen Tradition.

Die Kolonialisierung und die Versklavung durch die spanischen Eroberer hat den Grundstein gelegt, der zum Verfall einer reichen Kultur geführt hat. Die ideellen Werte und der Stolz vieler indianisch lebender Völker sind zerfallen. Einige wenige „Heilerfahrene“, die sich aus dieser negativen Veränderung heraushielten und dadurch das Wissen um Heilung aufrecht erhalten konnten, dienten meiner Arbeit mit ihren wertvollen Erzählungen und Darstellungen von einer anderen, uns zivilisierten Menschen verschlossenen, Wahrheit. Ein kleiner Einblick in die traditionelle Heilkunst der noch übrigen Schamanen soll an dieser Stelle etwas Verständnis der westlichen und zivilisierten Welt wecken im Sinne der Gesamtheit und der Verbundenheit mit allen Welten und Dimensionen.

Schon immer lebten Heiler oder Schamanen mit und in der Natur. Bei der Geburt war nach ihrem Glauben ihr Leben schon vorbestimmt. Das Wissen über die Heilpflanzen wurde schon vor der Zeit der Eroberung Südamerikas durch die Spanier eingesetzt. Das Wissen wurde, wie bei den Druiden, mündlich weitergegeben und in „Heilerfamilien“ an den jeweilig ausgewählten Sohn übermittelt.

Dabei spielte Coca schon immer eine große Rolle. Coca galt als magische Pflanze, die zur Kontaktaufnahme mit übernatürlichen Kräften herangezogen wurde. Cocablätter wurden befragt, wenn es darum ging die richtige Heilmethode für einen Patienten zu finden. Sie ist eine der heiligsten Pflanzen. In den Anden mehr noch als in den Selvas.

Zur Verdeutlichung der Heiltradition stelle ich eine, in den Selvas heimische, Liane vor, die sich Ayahuasca nennt.

Diese, mit sieben weiteren Pflanzen gemischt, ergibt einen Trunk, der es dem Heiler erlaubt sich in andere Dimensionen zu begeben, die ihm Aufschluss über eine eventuell ihm unbekannte Krankheit geben oder mit dessen Hilfe er für den Patienten die richtige Dosierung verschiedener Heilpflanzen gegen eine Erkrankung findet. Folgend soll verdeutlicht werden, wie Pflanzen wirken können.

Junger Machiguenga
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Für die Machiguenga, einem Stamm von Eingeborenen der Selvas, ist Ayahuasca die heiligste, da die Mutter, aller Pflanzen. Der heutige Missbrauch dieser Pflanze als Einnahmequelle für die „falschen“ Heiler, die Touristen die geistige Wahrheit zeigen wollen, ist den zurückgezogen lebenden Heilern ein Dorn im Auge. Hier wird, ungerechter Weise, wieder eine Pflanze, so wie die Cocapflanze, von verantwortungslosen und unehrenhaften Menschen “in den Dreck gezogen”. Der Ayahuascatrunk ist eine der stärksten Drogen dieser Welt und unbedingt, nur respektvoll behandelt, für Heilzwecke von den Eingweihten schamanischen Experten! zu verwenden. Diese Tatsache ist den meisten Touristen nicht bewusst und sie begeben sich in eine große Gefahr mit ihrer Unwissenheit.

Einige Touristen sind schon an der Einnahme von Ayahuasca gestorben! Auch eine Deutsche, die ich in Perú getroffen habe, wäre beinahe bei den Sternen gelandet! Also Finger weg von falschen Versprechungen irgendwelcher, selbsternannter Schamanen in Perú und anderen Regenwaldgebieten.

Ein Heiler erzählt: „Eines Tages kam ein deutscher Mann zu Besuch, der unheilbaren Krebs hatte. Er suchte bei mir Hilfe. Chemotherapie schlug er aus. Da er von der Ayahuascapflanze gehört hatte, war es für ihn die letzte Chance nicht zu sterben. Wir bereiteten ihn gemäß der Tradition spirituell vor, er musste zwei Wochen fasten und sich einer gewissen Zeremonie unterziehen, dann verabreichte ich ihm den Trunk. Nach der geistigen Wanderung erzählte er, er hätte Ärzte gesehen, die vom Himmel herunter kamen und eine Operation an ihm vornahmen – das war seine Wahrnehmung – sie sagten ihm er brauche sich keine Sorgen mehr machen, er sei geheilt. Wie sich bei einer Nachfolgeuntersuchung herausstellte, befanden sich keine Geschwüre mehr im Körper.“

Die Heiler waren bekannt und geschätzt. Sie heilten den Körper immer im Zusammenhang mit der Seele. Dabei war es unbedingt erforderlich gute Kenntnisse über die Heilpflanzen zu haben.

Der Schamane Paroa berichtet von der Tatsache, dass jeder Mensch eine große und eine kleine Seele besitzt. Die kleine Seele kann bei einem Unfall am Ort des Erschreckens zurückbleiben. Diese muss dann wieder, damit der Patient gesunden kann, vom Heiler zurückgeholt werden.

Zur genauen Vorgehensweise des Rituals werden vorab die Geister mit Hilfe der Cocablätter befragt und das passende Heilungsritual für die Seele abgehalten. Die Rückholung der kleinen Seele gehört zur so genannten Weißen Heilung. Das Ritual wird mit Gebetsformeln begleitet.

In den Anden geht der Rahmen des Rituals folgender maßen vor sich:

Opfergaben für die verschiedenen Gottheiten werden ausgebreitet und als Mahlzeit für die Pacha Mama (Mutter Erde) vergraben. Wenn ihr diese Mahlzeit gefällt, gibt Pacha Mama die kleine Seele wieder frei. Ankari, der Wind, trägt die Gerüche der Opfergaben zu Pacha Papa (die Berge).

Neben der Weißen Heilung gibt es noch die Graue und die Schwarze Heilung. Mit der Grauen Heilung konnten Reisen begünstigt und zum Positiven beeinflusst werden, die Schwarze Heilung war dazu da um Flüche zu brechen und schlechte Wünsche, die einem Menschen geschickt wurden zum Übeltäter zurück zu schicken und den Verwünschten zu heilen.

Noch heute werden diese Heilungsarten angewendet. Mit der Heiltradition aus den Regenwäldern kommt noch die Vielfältigkeit der Heilpflanzen dazu. Die Heilpflanzen werden grob unterschieden in wärmende Pflanzen und kühlende Pflanzen; allein dieses Wissen ist sehr umfangreich. Der weitere Einsatz und die Kombination der Pflanzen, sowie die richtige Dosierung und Zusammensetzung ist sehr profund und abhängig von der jeweiligen Krankheit, der Konstitution des Patienten und der Fortgeschrittenheit und Stärke der Krankheit. Jahrelange Lehre und auf die Praktizierung zurückzuführende Erfahrung sind Voraussetzung für den Heilerfolg. Für die heutige Generation an Heilern ist es sehr schwierig Nachfolger zu gewinnen für die Weitergabe ihrer Tradition. Je mehr die Jugend durch die Anreize aus der Zivilisationswelt in die Städte flüchtet, im Kampf um eine Lebensgrundlage, desto mehr wird das Heilerwissen erlöschen. Wenn diese Generation den Einflüssen der westlichen Kultur nicht standhalten kann und ihr Heilerwissen im Fluss der Zeit fortgetragen wird, wird ihre Kultur für immer von diesem Planeten verschwinden.

Eure Conny Keule

 

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