Der Zug der Kraniche

Der Zug der Kraniche

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Viele viele Kranichzüge sind die letzten Tag über unsere Köpfe hinweggeflogen. Sie bildeten die übliche Keilformation. Mit den typischen Kranichrufen kannst du sie von den Wildgänsen unterscheiden, die ebenfalls in V-Form fliegen. In der V-Formation werden die Positionen ständig gewechselt. Schließlich will jeder mal im Windschatten seines Vordermanns fliegen. Anders aber als die Wildgänse nutzen die Kraniche auch die Thermik und schwingen sich in ihr auf, um im Gleitflug Energie zu sparen.

Kraniche können 2000 km nonstop durchfliegen und das zeitweise mit einer krassen Geschwindigkeit von 130 km/h! Allerdings ist das nicht immer so. Die Flugstrecke wird aufgeteilt und manchmal wird auch nur ein paar km geflogen, um den nächsten Futterplatz anzufliegen. Seit etwa 10 000 Jahren fliegen die Kraniche. Heute – meist von Skandinavien kommend – fliegen sie über Deutschland nach Frankreich oder Spanien, einige nehmen auch den Weg über Israel. Unsere Zugvögel hier sind nun noch etwa 2000 Km  nach Frankreich/Spanien unterwegs.

Wenn man bedenkt welch weite Reise die Tiere zurücklegen, dann ist es klar, dass sie Techniken entwickeln mussten, die ihnen ermöglichen energiesparender zu fliegen. Hier kannst du dir den Flug der Kraniche kurz ansehen:

Text aus Wikipedia:

Der Kranich (Grus grus), auch Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich genannt, ist der einzige Vertreter der Familie der Kraniche (Gruidae) in Nord- und Mitteleuropa. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften in weiten Teilen des östlichen und nördlichen Europa, aber auch einige Gebiete im Norden Asiens. Sie nehmen das ganze Jahr über sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung auf. Der Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, so dass die Art zurzeit nicht gefährdet ist.

Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“. In China stand er für ein langes Leben, Weisheit, das Alter sowie die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Auch in Japan ist der Kranich ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit. In der Heraldik ist der Kranich das Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit. In der Dichtung wird der Kranich symbolisch für etwas „Erhabenes“ in der Natur verwendet.

Kraniche sind weit verbreitet über unserer Nordhalbkugel, wo die Tiere ihre Sommerquartiere haben und ihre Jungen ausbrüten. Hier hast du Sommerquartiere und Winterquartiere im Überblick. Einst war der Kranich bis Kaschmir zu finden, leider hat er sich aus einigen Gebieten Asiens zurückgezogen. In den 90 er Jahren hatte sich die Population weltweit erholt; leider ist 2017 ein Jahr in dem so viel Brutvögel wie nie gestorben sind.

Kraniche Sommer und Winterquartiere

In den letzten Jahren sind generell die Brutfolgen zurück gegangen, sei es bei den Kranichen oder bei unseren heimischen Singvögeln. Auch ein starker Insektenrückgang ist zu verzeichnen. Wir alle leiden an diesem Verlust mit, denn stirbt die Natur, sterben auch wir Menschen. Viele von uns kämpfen dafür, dass giftige Substanzen aus dem Verkehr gezogen werden, die für den Ackeranbau verwendet werden, aber eben nicht alle. Rapsfelder stören die Brut der Vögel aufgrund des armen Futterangebots. Kraniche werden von Helfern des Nabu auf Ausweichflächen gelockt. Wenn du gerne helfen möchtest, dann klick dich mal auf diese Seite: Soforthilfe für Kranichkinder.

Kraniche haben eine Flügelspannweite von 2,20 – 2,45 m, während die Wildgänse eine kleinere Flügelspannweite von etwa 1,75 m haben und generell einen kleineren Körper als die Kraniche. Willst du die Kraniche am Himmel von den Wildgänsen unterscheiden, dann kannst du das einerseits an dem Ruf und andererseits an den langen Füßen, die hinten rausstehen; auch die Flügel haben eine andere Form, als die der Wildgänse, nämlich eher eckig.

Wenn du einen Kranich fragst, wo er sich am liebsten aufhält, dann wird er dir sagen, dass er Feuchtgebiete mit flachen und offenen Gewässern bevorzugt. Sümpfe und Bruchwald gehören zu seinen Lieblingsorten, die ja heute leider nicht mehr so häufig vorkommen, aufgrund der Umwandlung der natürlichen Landschaft in wertlose Ackerfläche, die noch dazu mit Giften jeglicher Art verseucht wird. das natürliche Vorkommen von Flachseen ist für den Kranich überlebenswichtig, da er hier sichere Schlaf- und Brutplätze findet. Nahrung sucht der Kranich auch auf Wiesen und oftmals ist er dazu auf Feldern zu sehen.

Kraniche haben eine laaange Speisekarte. Sie sind sowohl Pflanzen- als auch Fleischfresser. Sie fressen Reptilien, Frösche und kleine Fische sowie Schnecken, Würmer und Insekten und deren Larven. Aber damit noch nicht genug, auch Eicheln, Kartoffeln, Wurzeln, Halme und sonstiges Gemüse landen im Magen der Kraniche. Sogar Bohnen, Erbsen, Oliven und Beeren, sowie Haferkörner und Sonnenblumenkerne isst der Kranich gerne. Damit ist der Kranich wohl einer der Vögel mit dem reichsten und vielfältigsten Speiseplan – also nicht einmal ein wählerischer Geselle.

Irgendwie wünscht man sich, sich so klein wie Nils Holgerson machen zu können, um sich auf einen der Vögel zu schwingen und mit ins Warme zu fliegen. Wenn die Kranichzüge vorbeifliegen kommt richtiges Abenteuerfeeling auf. Ich wünsche „allen“ Kranichen, Wildgänsen und sonstigen Zugvögeln eine gute Reise und mögen sie alle gesund im Warmen ankommen!

Eure Conny Keule

Verfolgen Conny Keule:

Dipl.-Ing.(FH) Umweltsicherung

Liebe ist... Natur, Gesundheit und gute Rezepte ;-)

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