Meine Bodensee Umrundung

Meine Bodensee Umrundung

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Bodensee Radkarte
Quelle:http://www.velociped.de/fileadmin/tourdaten_verwaltung/bilderreise/Bodensee-Radweg-Bummeltour/karte/Bodensee-und-Bummeltour-Radkarte%20Kopie.jpg

Connys Land

Am 6. Juli 2015 startet meine Radtour zur Bodensee Umrundung. Auf dem Weg zu meinem Ausgangspunkt, entdecke ich folgendes Schild: Super, denke ich mir, das ist mein Land und da kann ich was erleben.

Mein GepäckIn Fischbach, kurz nach Friedrichshafen am Bodensee beginnt nun meine Tour. Da ich nur kurz unterwegs bin, nehme ich nur zwei Radtaschen und ein Zelt mit. Eine Decke und meine warme Jacke, verstaue ich in einem wasserfesten Seesack – nur für den Fall der Fälle…

SipplingenErste Station: Sipplingen – ein wirklich schöner Badeort. Der Bodensee direkt zu meiner Linken, mit seinen schönen Badebuchten lädt mich des öfteren zum Planschen ein. Perfekt, denke ich mir, als ich völlig verschwitzt ins erfrischende Nass springe, denn wir haben immerhin 38 Grad Celsius. Vorbei geht es an Sandsteinkunst aus der Natur, entlang der Bahngleise dem abendlichen Sonnenlicht entgegen. Angekommen in Sipplingen, erhole ich mich am See, nachdem ich mir eine Unterkunft organisiert habe.

LindenblütenEs ist eine wunderschöne Stimmung; die Linden blühen gerade und einige emsige Bienchen schlürfen deren Nektar.

Schöne AussichtAm nächsten Tag geht’s weiter. Schön ausgeschlafen starte ich um 10:00 Uhr. In der Apotheke wird mir geraten den Zug bis Ludwigshafen zu nehmen, wegen eines Sandsteinrutsches, der die Straße blockiert. Dennoch fahre ich mit dem Fahrrad. Zu meiner Überraschung werde ich mit einer wunderschönen Aussicht auf den Bodensee belohnt. Auch die Umleitung war gar nicht stressig, wie mir erklärt wurde.

Ich bin Richtung Konstanz unterwegs und gespannt auf den Weg. Noch läuft alles prima, doch ich merke schnell, dass die Sonne heute erbarmungslos sein wird. Wir haben um 12:00 Uhr mittags eine Temperatur von 42 Grad Celsius. Ich schwitze und der Weg ist auch nicht der schönste. Tatsächlich fahre ich gar nicht entlang des Bodensees, denn der ist weit ab vom Schuss…

Es geht stetig bergauf in der knallheißen Sonne. Der Schweiß rinnt mir nur so runter, links neben mir eine stark befahrene Straße – für mich ein Horror. Ein willkommenes Geschenk auf dieser Strecke ist der Bauernhof, der leckeres Erdbeereis verkauft. Eine Oase in dieser Hitze. Ich ruhe mich im Schatten der Sonnenschirme aus und genieße mein Erdbeereis. Lange halte ich mich nicht auf, denn ich weiß, ich habe noch eine weite Strecke vor mir. Die Strecke bis nach Konstanz geht gnadenlos so weiter. Hitze, bergauf, Straßenlärm.

RheinDoch endlich, nach einer halbstündigen Rast, erreiche ich den Rhein in Konstanz. Schönes blaues Wasser, jede Menge Badegäste, ich springe in die nass-kühle Erlösung.

ColaNur keine Müdigkeit vortäuschen, ich will ja noch weiter nach Romanshorn. Über die Brücke, noch schnell eine eiskalte Cola gezischt, verfolge ich den Radweg weiter, der nun wieder direkt am See verläuft. Es geht vorbei an schönen Obstplantagen, an denen sich auch ein Schwarm Vögel erfreut. Dieser Teil des Weges ist landwirtschaftlich geprägt. Nach einiger Fahrerei komme ich überraschend schnell in Romanshorn an. Drei Mädels googeln für mich die Länge des Weges bis zur nächsten größeren Ortschaft. Ich mache kurz Halt und unterhalte mich mit den dreien; es kommt Wind auf. Nach einem netten Gespräch fahre ich weiter – das Ziel: Rohrschach.

RomanshornLangsam zieht es sich richtig zu, es wird gewittern und regnen, doch ich will weiter. Ich fahre und fahre. Mein Körper hat schon lange umgestellt auf durchfahren und schmerzfrei. Doch wie es aussieht, muss ich schnell mein Zelt aufbauen, um nicht vom hereinbrechenden Unwetter überrascht zu werden.

Die Nacht ist eigenartig. Ein Tier schreit lauthals direkt neben meinem Zelt, es stürmt und der Regen prasselt auf mein Zelt nieder. Wenn ich nur wüsste, was das für ein Tier ist, das da unentwegt schreit. Ich denke erst an einen Vogel. Merke dann aber, dass das Tier ganz wild auf der ganzen Wiese rumrennt und sich dann auch noch mit einem Artgenossen wild streitet, was sich ungefähr so angehört hat, wie wenn Katzen beim Liebestreiben sind. Ich lag wohl in seinem Revier. Dennoch würde es mich heute noch interessieren, wer mich da mit seinen lauten und unheimlichen Schreien wach gehalten hat.

Es ist vier Uhr, ich habe wenig geschlafen, packe meine Sachen, um im Kühlen fahren zu können und starte heute um halb fünf morgens. Die Sonne fängt an die Landschaft zu erhellen, während ich schon auf meinem Fahrrad sitze und dem Zwitschern der Vögel lauschend Richtung Rohrschach fahre.

MeerjungfrauenAuf dem Weg halte ich um sechs Uhr an einer kleinen Poststelle, die auch Backwaren verkauft. Ich muss meine frisch erhaltenen schweizer Franken los werden. Eine freundliche Dame schenkt mir ein Brötchen. Ich freue mich. Zum Frühstück gibt’s Rosinenbrötchen mit Milch. Entlang des Bodensees merke ich, dass mir die schlaflose Nacht doch etwas zugesetzt hat, denn ich werde wieder müde. Aber nichts desto trotz – ich will ja ankommen – fahre ich Richtung Rohrschach. Die Morgenstimmung ist bezaubernd, zwei Bodensee-Nixen lagern am GrenzeWegrand und bald ist die österreichische Grenze erreicht. Von da aus ist es ein sehr kurzer Abstecher zum Rheindelta, wo immer noch Kies abgebaut wird. Der nächste Halt ist Bregenz/Lindau. Die Städte liegen nah beinander, so dass ich mich entscheide durchzufahren. Es regnet, endlich kommt mal mein Regencape zum Einsatz 😉

Von krassen 45 Grad Höchsttemperatur gestern kühlt es ab auf 20 Grad, ich friere fast.

BodenseeLindau HafenLindau UhrzeitLindau InselIch trudel in Lindau ein, der Bodensee aufgepeitscht vom Wind, gibt ein rauhes Bild ab. Ich trinke erst mal einen heißen und starken Kaffee in einem gemütlichen Café in der Fußgängerzone Lindaus. Aufwärmen ist angesagt, während ich gestern noch verzweifelt Schatten gesucht habe, zieht es mich heute ins Warme Stübchen. Eine Stunde pausiere ich, denn jetzt geht’s an den Endspurt. Es ist bereits mittag und ich möchte heute noch in Fischbach ankommen, da wo ich ja gestartet bin. Ein Bild noch von dem berühmten Lindauer Hafen und mein Weg geht weiter nach Friedrichshafen. Zu meiner Überraschung fahre ich im Kreis und lande wieder am Ausgangspunkt. ? .

Ich frage eine Einheimische. Da wir uns auf der Insel befinden, ist es ja nur logisch, dass ich im Kreis gefahren bin, ich muss wieder über die Brücke, wo ich hergekommen bin und dann dem Fahrradweg Richtung FN folgen. Das tue ich. Mir ist ein älterer Radfahrer gefolgt, der ebenfalls im Kreis gefahren ist. Ich erkläre ihm die Richtung und wir schmunzeln. Später treffe ich ihn wieder, weil er nochmal im Kreis fuhr 😀 dadurch hatten wir Zeit für ein nettes Gespräch.

Der Weg wird langsam mühselig, denn ich bin schon neun Stunden unterwegs, mit nahezu keinem Schlaf; ich fühle mich wie Luft. Meine Beine sind entspannt, nur mein Hintern ist irgendwie nicht gut beinander. Ich glaube er ist wund. Außerdem schmerzen die Knochen, auf denen ich die ganze Zeit ja sitze. Ich frage mich ob Fahrradfahren wohl so gesund sein kann!?

Schwäne DSC02266Ab und zu nieselt es ein wenig, der Wind ist sehr stark, ich erreiche FN, in dessen Ufergebiet unzählige Schwäne lagern. Ich habe noch nie so viele Schwäne auf einem Haufen gesehen.

Ich freue mich, denn weit kann es ja nun nicht mehr sein bis nach Fischbach. Tatsächlich sind es noch etwa 20 km, was ich glücklicherweise nicht weiß als ich weiter fahre. Es zieht sich, denn ich bin ausgelaugt, müde und mein Hintern – ich kann nicht mehr sitzen.

Doch dann – die Rettung. Ich sehe meinen Ausgangspunkt, erkenne die Kirche wieder und den Weg, den ich runtergefahren bin. Ich denke mir – cool – ich habs geschafft. Nur noch den Berg hoch und ich bin einmal rum um den Tümpel.

So sehn Sieger aus!

So sehn Sieger aus! 😀

Zwei ein halb Tage hat meine Tour gedauert. Am ersten Tag bin ich sechs Stunden gefahren. Am zweiten und dritten Tag jeweils zwölf – also 30 Stunden für eine Umrundung mit gemütlichem Tempo.

Wenn du eine Übernachtungsmöglichkeit suchst, kannst du entweder campen, da es sehr viele Campingplätze am Wegrand gibt, oder du checkst eine Nacht im Hotel ein. Für jeden ist etwas dabei. Die Grenzübergänge sind teils offen und wenn du dich auf einer Fahrradtour um den Bodensee befindest, wirst du für gewöhnlich freundlich behandelt – es sei denn du stehst mitten im Weg…

Essensmöglichkeiten gibt es auch genug. Ob Restaurant oder billiges Einkaufshaus, jeder Typ bekommt was zu ihm passt. Baden kannst du überall, auch mit Hund an den meisten Stellen.

Die Tour kann natürlich auf mehrere Tage verteilt werden, so dass du am Tag vielleicht sechs Stunden fährst und dann entspannen kannst. So bist du in fünf Tagen einmal locker rum.

Jede,r die/der sich dazu entscheidet die Tour zu machen wünsche ich an dieser Stelle viel Vergnügen. Planen musst du nichts, denn es gibt – wie schon beschrieben – genug Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten.


Gute Reise, deine Conny Keule

 

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Dipl.-Ing.(FH) Umweltsicherung

Liebe ist... Natur, Gesundheit und gute Rezepte ;-)

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