Lebenszyklus einer Hornisse – ein Gastbeitrag von David Halblützel

Fotograf des Beitragsbildes: Wolfgang Korazija

Die Hornisse in März / April

Sobald die Aussentemperaturen steigen und es mehr als 10 Tage über 15 Grad bleibt, beendet die Hornissen Königin die Überwinterungsphase und wacht langsam aus der Winterstarre auf. Sobald Sie ihren geschützten Ort verlassen hat, stärkt sie sich von nahrhaften Pflanzensäften und Blütennektar.
Nach ein paar Tagen Nahrungssuche und Stärkung sucht sich die Königin einen sicheren Platz für das zukünftige Nest – dem Hornissenstaat.
Dies kann ein Mäusebau, Dachboden oder ein Gebüsch sein.
Der Nestbau kann nach der anstrengenden Futter- und Standort Suche beginnen.

Die Marathon Arbeit der Königin kann beginnen:

Der Nestbau

HornetAls erstes wird der Zapfen gebaut. Dieser starke und fest gebauter Zapfen dient zur Aufhängung des Nestes. An diesem Zapfen wird der erste Teller mit Brutzellen angebaut.
Um diesen ersten Teller und Zapfen werden anschliessend die Aussenhülle gebaut. Die Aussenhülle die den Schutz des Nestes vor Temperaturschwankungen schützt.

Das Nest wird von der Hornissen Königin immer gleich warm gehalten; wenn es zu warm ist schützt sie es mit ihrer «Klimaanlage», wenns zu kalt ist mit ihrer «Heizung».
Als Klimaanlage transport sie Wassertropfen ins Nest die dann mit den Flügeln angefächert werden. Die Verdunstung des Wassers kühlt das Nest.

Als Heizung bewegt die Königin die Flügel, also im Leerlauf und erzeugt somit Wärme.
Flach ans Nest gelegt mitten am Wabenstiel kann Sie das Nest so aufwärmen.

Die Hornisse in  Mai / Juni

Die ersten Larven schlüpfen und müssen gefüttert werden. Immer wieder wird die Königin von den hungrigen Larven, die an den Wabenwänden mit Ihren Kiefern nach Futter kratzen, von ihrer Arbeit des Nestbau unterbrochen.

Juni
Nach rund zwei Wochen sind die ersten Larven ausgereift und spinnen sich in einen weissen, dichten Kokon der sie die nächsten zwei Wochen vor der Verwandlung zum Vollinsekt schützen wird.

In dieser Zeit spielt sich unglaubliches in dieser Zelle ab:

Endlich ist es soweit und die ersten Hornissen Arbeiterinnen schlüpfen. Sie übernehmen anfallende Arbeiten im Hornissen Staat.
Beutefang, Nesterweiterung, Brutpflege, Nestklima uvm – Teamwork ist angesagt.
Sofwohl die Königin als auch die Arbeiterinnen arbeiten fleissig zusammen.
Diese Teamworkarbeit ist nur von kurzer Dauer. Wenn die ersten 10-15 Arbeiterinnen im Nest sind, konzentriert sich die Königin nur noch auf das Eierlegen und wird von ihren Arbeiterinnen geputzt, gepflegt und gefüttert.

Die Königin kann sich ab jetzt voll und ganz auf das Eierlegen konzentrieren und ist nun die wahre Herrscherin im Hornissenstaat.

Die Hornisse in Juni – August

Hornisse16Eiweissreiche Kost (Fleisch) ist nun wichtig für die Larven. Die Arbeiterinnen sorgen jetzt täglich für viel Insektenfleisch. Sie erbeuten Käfer, Wespen und andere Insekten – befreien Sie von Beinen, Kopf und Flügeln und bringen das Futterpacket zu den hungrigen Larven die bereits nach Futter kratzen.

Die Hornissen Arbeiterinnen und Königin brauchen hingegen süsse, kohlenydrathaltige Nahrung. Diesen holen sie sich von Blütensaft, Saft von Bäumen oder dem süssen Honigtau der Blattläuse.

Wie gut und schnell die Larven gedeihen hängt von der Nestwärme ab. Ein gut isoliertes Nest hat eine Temperatur von ca 30 Grad und weicht maximin 2.5 Grad davon ab.

Die Aussenhülle, die wie eine Papierhülle ist, dämmt wie eine Dachisolierung ab und behält so die richtige Temperatur bei Schwankungen der Aussentemperatur.

Die Arbeiterinnen übernehmen das Finetuning der Klimaanlage. Die Klimaanlage und die Heizung wird nun in mehrfachausführung gewährleistet.

Hornissen im Juli – Vorbereitung auf die Brutpflege

Ständig fliegen Arbeiterinnen mit neuem Nestmaterial herbei, welches für das Vergrössern des Nestes vorgesehen ist.

Waben und Aussenhülle werden ständig erweitert und erneuert. Das Meterial der Aussenhülle wird für den Wabenbau verwendet – zuerst wird eine innere Schicht gebaut damit das Haushaltsklima beibehalten werden kann, dann die Aussenschicht. Das Metarial der Innenschicht wird fortlaufend für Wabenbau verwendet.

Hornissen von Mitte Juli – Mitte August

Besonderheiten
… ein Nest wird zu klein – wird eine Filiale gebaut.

Jetzt beginnt die Zeit, in der wir die Wespen und Hornissen bemerken. Sie haben Hunger und kommen in unsere Nähe, an unsere Tische, an unsere Nahrung.

Ab August werden grössere Zellen im Nest gebaut. Diese sind für die Geschlechtstiere vorgesehen. Aus Ihnen schlüpfen fruchtbare Weibchen und aus den unbefruchteten Eiern die Männchen.

Nach dem Schlüpfen bleiben die Geschlechtstiere noch einige Zeit im Nest, beteiligen sich jedoch nicht am Gemeinschaftsleben, sondern lassen sich von ihren Geschwistern verwöhnen.

Mit abgebissenen Flügeln, zerfleddertem Aussehen und ohne Haare, gekennzeichnet vom stressreichen Königinnenleben, verlässt die Königin Hornissenstaat – sofern Sie noch fliegen kann und nicht gleich auf den Boden unter dem Nest landet, streunt noch ein paar Tage im Freien herum bevor sie endgültig stirbt….
….. meist aber wird die Königin bereits vor Erschöpfung im Nest sterben oder durch die Arbeiterinnen attakiert weil sie keine Eier mehr legen kann.

Ihr Körper landet somit auf dem «Abfall» des Hornissen Nestes udn wird schliesslich von den Mitbewohnern verwertet.

Die Königin hat nun ca 50000 Eier gelegt – ein herzlichen Applaus für diese Glanzleistung.

Hornissen in September / Oktober

Die Geschlechtstiere verlassen nun den Hornissenstaat – somit zerfällt die soziale Organisation im Staat.
Die Paarung geschieht teils im Nest, teils im Freien an bestimmten Plätzen die von den Männchen heimgesucht werden.

Die Larven im Nest werden nicht mehr gefüttert – sie werden aus den Zellen gezerrt und zum Teil gefressen.
Die verdeckelten Zellen werden geöffnet und die Puppen aus dem Nest geworfen.

Hornissen in der Überwinterungsphase

Die Nester der Hornissen sind je nach Ortumgebung (Wärme / Kälte) bis Ende November leer. Die befruchteten Königinnen suchen sich ein geeignetes Versteck und überdauern dort bis die totenähnliche Kältestarre sie in die Winterpause versetzen.

Die Königinnen sorgen somit für den Fortbestand im nächsten Jahr.

Das Heer an Arbeiterinnen stirbt nach sinkenden Nachttemperaturen langsam ab.

Damit endet der Zyklus und es schliesst sich der Lebenskeislauf des Hornissen Staates.

Viele Hornissen Königinnen schaffen nur wenige das Überleben des Winters – viele sterben in den kalten Zeiten oder werden von anderen Tieren gefunden und gefressen.

Somit schafft es nur eine kleine Anzahl Hornissen die eine Neugründung beginnen können – und von denen schaffen es ebenso wenige einen erfolgreichen Staat zu gründen.

LIVE-Stream mit David Halblützel am 3. Oktober 2017 auf facebook.

Über den Autor David Halblützel

David HalblützelMeine Tätigkeit

Beratung vor Ort oder telefonisch. Personen von der Angst der stechenden Insekten «befreien»

Sofern die Beratung erfolglos bleibt und eine Umsiedlung unumgänglich ist, werden vor Ort die nötigen Schritte zur Umsiedlung eingeleitet.
Die Umgebung abgesichert (Nachbarn informiert, Umgebung abgesichert usw)
Hornissen-Umsiedlungskasten und Material parat gestellt
Hornissen Nest Begutachtung – Arbeiterinnen werden in einen speziell umgebauten Staubsauger eingesaugt
Das Nest mit noch Hornissen Tieren an Board vorsichtig gelöst, wenn nötig wieder zusammen geleimt, in den Umsiedlungskasten eingebaut.
Nest befestigt, Tiere im Behälter werden kurz betäubt, dann zum Nest beigegeben. Deckel zu – bis Ende Jahr steht das Hornissen Nest im Naturschutzgebiet und wird durch regelmässige Kontrollgänge kontrolliert und aufgefüttert.

Ende Jahr werden die Nester ausgeräumt und für Schulunsgzwecke oder Ausstellungszecke in Zoo’s und anderen Institutionen verwendet.

ZIELSETZUNG

Rettung von Hornissen, Wespen und Bienen bevor der Giftspray eingesetzt wird Hornissen Staatsgründungen im Naturschutzgebiet
Blaulichtorganisationen, Gemeinden, Verwaltungen dazu bewegen das Sie keine Schädlingsbekämpfer auffordern sondern zuerst die Umsiedler.

Kontakt David Halblützel

David Hablützel

HORNISSEN NOTDIENST

Wespen- und Hornissenschutz

Hauptstrasse 7

CH-8252 Schlatt TG

0041 79 346 45 43

info@umsiedlungen.ch

www.umsiedlungen.ch

www.hornissenberater.com

Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen

Heute starte ich eine Reihe über Hautflügler, insbesondere Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen.

 

Biene

Wespe2

Hummel

Hornisse17

Die Informationen sind zu 100% von David Halblützel, einem passionierten Imker aus der Schweiz, der ein besonderes Projekt ins Leben gerufen hat, nämlich die Umsiedlung der Bienen sowie Wespen und Hornissen. Im Folgenden kannst du Davids Projekt näher kennen lernen.

David

Warum die stechenden Insekten töten statt sie ihre Arbeit machen lassen? Denn auch sie haben ihre Aufgaben.

Diese Frage beschäftigte mich schon immer – nur wusste ich nie was ich dafür machen kann und wie ich helfen kann.
Mein Sohn, heute 8, konnte mir diese Frage vor ein paar Jahren erläutern – und heute, kann ich dank meinem Sohn, vielen stechenden Tieren das Weiterleben ermöglichen – ohne Gift einsetzen zu müssen.

Ruft mich ein geplagter Allergiker an und klagt über stechende Insekten, sei es Hornissen, Wespen oder Bienen, gehe ich bei ihm vorbei, beurteile die Lage, eventuell kann man das Nest auch stehen lassen und andere Lösungen finden statt es umzusiedeln, und handle soweit notwendig mit umsiedeln oder anderen Alternativen.

Vor 5 Jahren sind meine Familie und ich bei einem Spaziergang an einem Bienenhäuschen vorbeigelaufen. Mein Sohn fragte, was das ist und ich erklärte ihm die Funktion eines Bienenhäuschens. Zuhause angekommen sagte er, mir er wolle gerne mal in ein Bienenhäuschen sehen, worauf ich am nächsten Tag den zuständigen Imker angerufen habe und mit ihm einen Termin zur Besichtigung abgemacht habe. Nach dem erstaunlich interessanten Besuch im Bienenhäuschen, sagte mir am Abend mein Sohnemann: Papa, ich will Bienen haben und selber Honig machen.

Bienenschwarm

Anflug Bienenhaus

Bienenhäuser

Da mein Sohnemann und ich Honigliebhaber sind, konnte ich mir diesen Vorschlag nicht entgehen lassen und habe mich für den Imkerkurs 2014-2015 angemeldet, den ich Mitte 2015 erfolgreich abschließen durfte. In diesen vergangenen zwei Jahren lernte ich sehr viel über die stechenden Insekten – auch dass man mit ihnen «spielen» kann und absolut keine Angst davor zu haben braucht. Es gab einen Tag, an dem wir Hornissen kurz angesprochen hatten und in der Nähe eines Nestes waren – ich war fasziniert von deren Grösse und Freundlichkeit gegenüber uns Menschen.

BienenstandMit meinen ersten Bienenvölkern, die ich mir im Mai 2015 erschaffen habe, habe ich ein Mailing geschrieben an verschiedene Gemeinden, dass ich Jungimker bin und auf Bienensuche bin. Kurz darauf meldete sich die erste Gemeinde bei mir. Ob ich auch Wespennester entfernen kann – leider haben sie keinen zuständigen Imker mehr. Da Wespen, Bienen und Hornissen alles stechende Insekten sind, willigte ich ein und habe diese Wespennester entfernt. Die betroffenen Personen konnten sich wieder in Ruhe in ihrem Garten aufhalten und ihre Arbeit verrichten, sowie den Sommer gemütlich mit Freunden draussen geniessen. Die Dankbarkeit war ihnen deutlich anzuerkennen, was mir natürlich ebenfalls grosse Freude bereitet hat. Kurz darauf meldete sich eine andere Gemeinde mit dem gleichen Problem – auch dieses wurde behoben. Kurze Zeit später wurde ich von Feuerwehren, Gemeinden, Immobilienverwaltungen und Privatleuten angerufen und beauftragt.

Hornissennest

Auch wenn es eine gefährliche Tätigkeit ist, auch wenn ich dadurch bereits auf der Intensivstation habe verbringen dürfen, wenn einem das eigene Kind auf die Schultern klopft und sagt: Papa, du machst einen genialen Job mit den Bienen, Wespen und Hornissen, hat man so viel Adrenalin in sich, das diese Tätigkeit einem sehr viel Spaß machen kann. Auch wenn es nicht immer schöne Einsätze sind, ist es schön mit zu erleben, wie die Menschen froh sind, die Tiere nicht töten zu müssen. Durch die Umsiedlungen können sowohl die stechenden Insekten als auch die Menschen in Ruhe weiterleben können.

Ich habe durch meinen Geschäftspartner in Deutschland, dem Wespenberater vieles über die Tiere erfahren dürfen, lerne auch heute noch jeden Tag neues dazu. Er unterstützt mich auch bei Einsätzen, bei denen es mir aufgrund der Grösse der Nester im ersten Moment etwas mulmig wird. Doch bis jetzt konnten alle Einsätze erfolgreich abgeschlossen werden. Nach Nachfrage bei den Kunden, auch ein paar Monate später, sind die Kunden froh sich nun in Ruhe bewegen zu dürfen ohne die stechenden Insekten in der Nähe zu haben. Ich bin ebenfalls froh, die Tiere weiterleben sehen zu können – denn Sie erbringen Unglaubliches. Eigentlich sind Sie gar nicht daran interessiert uns zu stechen, sondern sie möchten sich weiter fortpflanzen und in Ruhe ihre Arbeit machen.

Wespe4

Hornisse16

Davids Projekt kannst du hier finden. Für die Umsiedlung braucht er jede Unterstützung, die ihn seine wertvolle Arbeit weiter machen lässt.