Wie kommt das Plastik ins Meer?

Wie kommt das Plastik ins Meer?

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Gute Frage: Wie kommt das Plastik eigentlich ins Meer?


Eine Frage, die sich bei einer meiner Reisen zum Teil beantwortet hat. Die meisten meiner Leserinnen und Leser leben in Deutschland. Bei uns ist es üblich, dass es gewisse Standards und Regeln gibt. Ordnung ist schließlich das halbe Leben 😉

In anderen Ländern jedoch, herrschen andere Gegebenheiten und aufgrund der dort oft schlechten sozialen Verhältnisse, liegen die Schwerpunkte eben auf anderen Interessengebieten und nicht darauf, Standards einzuhalten. Ein Problem, dass wir alle weltweit zu spüren bekommen. Leider. Und immer wieder dürfen wir erkennen, dass die Erde rund ist und alles ausgesendete zurück kehrt.

Ich möchte dir nun verdeutlichen, wie das Plastik und vor allem woher kommend, ins Meer gelangt. Selbstverständlich auf mehreren Wegen.

offene-behaelterOffene Müllbehälter

offene Müllbehälter am Strand oder in Strandnähe tragen dazu bei, dass Plastik durch starken Windeinfluss, ins Meer transportiert wird. Am Meer ist meistens Wind, also sollten für solche Regionen Müllbehälter gebaut werden, die von vorneherein geschlossen sind. So dass die Plastiktüten auch nicht mehr rausfliegen können (Geschäftsidee ;-))

Auch in anderen Ländern Europas sind viele mittlerweile bemüht, ihren Müll ordentlich zu entsorgen, allerdings – andere Gegebenheiten brauchen andere Lösungen!

muellhalde-brasilienMüllkippen

Nicht unbedingt das Problem in Deutschland, aber auch hier gab es schon Unfälle. In Dritte Welt Ländern werden meist Müllkippen mit unzureichender, schlechter oder fehlender Basisabdichtung gebaut. In Perú bspw. sackte eine Müllkippe ab, die neben einem Fluss in Hanglage gebaut war. Aller Müll landete im Fluss, der die ganzen Teile ins Meer verfrachtete.

Auch das muss nicht sein. Wenn eine Zusammenarbeit aller Länder stattfindet, dann sind auch diese Probleme schnell beseitigt. Zusammenarbeit anstatt Ausbeutung 😉

schiffeSchiffe

Von Schiffen fliegt ein haufen Plastik in unsere Meere, oftmals landen dort auch Container, ganze Ladungen uvm. Kreuzfahrtschiffe, Fähren und sonstige Gutsbeförderer sind fahrende Müllhalden…

Alle Meschen, die sich an Bord aufhalten, müssten erst einmal eine Verhaltenseinweisung bekommen. Viele schmeißen einfach mal eben so ihre leergetrunkene Dose ins Meer – verschwindet ja einfach und man siehts nicht mehr… oder die Plastikhülle vom gerade verspeisten Schokoriegel. Auch die Crew sollte keine Plastikbecher ausgeben!!! Die fliegen weg. Es braucht eine gute Organisation!

geisternetzeFischfang

sogenannte Geisternetze schwirren durch unsere Weltmeere, in denen sich Tiere verfangen und qualvoll verenden. Diese Geisternetze werden oft bewusst im Meer entsorgt und zersetzen sich langsam.

Das ist nicht „nur“ ein Problem für Meeresbewohner, die sich darin verfangen und dann ersticken – egal ob das Säuger sind oder Fische, auch die Fische ersticken, da die Bewegung fehlt, durch die das Sauerstoffreiche Wasser durch die Kiemen gespült wird.

badezimmerBadezimmer

In sämtlichen Produkten finden wir „neuerdings“ Mikroplastikteilchen, die die Reinigungsleistung und die Wirksamkeit steigern. Peelings, Zahncremes, Kontaktlinsenreiniger, Duschgels und andere Kosmetikprodukte enthalten diese Mikroplastikteilchen, welche durch den Abfluss in unsere Gewässer und schließlich ins Meer gelangen.

Dieses Mikroplastik ist hochgefährlich, da es sich innerhalb der Gewebe im Körper ablagert und vom Körper nicht so einfach heraustransportiert werden kann! Die Folge: Krebserkrankungen, Schlaganfälle und vieles, das noch nicht erforscht wurde!

waschraumWaschraum

Wer trägt heute noch Baumwolle? Viele tragen Kunststofffaser-Klamotten. Die winzigen Fasern, die darin enthalten sind, passieren jede Reinigungsanlage und gelangen so wieder ungehindert in unsere Weltmeere.

Uns wird heute Plastikkleidung als sogenannte „Funktionskleidung“ verkauft. Diese Klamotte hat einzig und allein die Funktion, noch mehr Schaden anzurichten. Warum? Weil wir Menschen keine Lösung, keinen funktionierenden Kreislauf haben, in dem Plastik verschwindet und abgebaut wird!

Die Problematik

Was soll so schlimm daran sein, dass das Plastik dort landet? Nun ich werde es dir erklären. Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln die winzigen Plastikteilchen mit Plankton. Meeresvögel halten blinkende oder farbige Plastikteile für essbare Fische, haben den Plastikmüll dann in ihrem Magen und verenden grausam daran. Die Fische, die das Plastik aufnehmen landen übrigens wieder auf deinem Teller. Du isst also direkt das, was du selbst entsorgt hast! Die Erde ist rund – alles, was du aussendest, in welcher Form auch immer, kehrt zu dir zurück!

Ach ja – noch was. Plastik, wirkt, wenn es durchs Meer schwimmt, wie ein Giftmagnet, zieht also Gifte an, womit die Tiere nicht nur das Plastik mit seinen eigenen enthaltenen Giften aufnehmen, sondern auch die, die das Plastik angezogen hat.

Kennst du den Müllstrudel, der seit Jahrzehnten im Nordpazifik treibt? Man nennt ihn den „Great Pacific Garbage Patch“. Er ist bereits so groß wie Zentraleuropa!!! Du kannst ihn sogar vom Weltraum aus sehen. Dreiviertel des gesamten Meeresmülls besteht aus Plastik. Plastik ist ähnlich scheiße wie atomarer Müll – es kann bis zu 400 Jahre dauern, bis die Teilchen vollständig zersetzt sind. Horror oder? Ich könnte als weiter schreiben, aber irgendwann schaltet der menschliche Geist ab. Wir fragen uns: „was haben wir getan?“ Oder „was tun wir da eigentlich?“

Fragen wir uns doch lieber: „was können wir jetzt tun, damit wir das Übel stoppen?“

komm ich jetzt wieder und sage: „viel!“ sehr viel sogar, vor allem erst mal BEWUSST darüber werden, wie wir ab JETZT leben wollen und was du deinen Kindern für eine Welt hinterlassen willst!?

Wenn dir das scheißegal ist, kannst du jetzt aufhören zu lesen, wenn du aber aktiv dein Leben gestalten willst, dann lies jetzt weiter.

Was kannst du selber tun, damit dieses Problem Plastik Jetzt ein Ende hat?

Achte darauf, was du einkaufst: Kaufe keine Produkte mehr, die Mikroplastik enthalten. Achte darauf – du bestimmst, was produziert wird! Du allein. Mache deine Freunde, Bekannte, Verwandte auf die Problematik aufmerksam und erkläre ihnen die Gefahren.

Keine Plastiktüten kaufen:

ich weiß, das ist schwer, weil sie ja überall angeboten werden, auch und vor allem im Früchte- und Gemüsebereich. Mal schnell einkaufen ums Eck und – huch – haste schon wieder so ne scheiß Plastiktüte… nimm dir immer dein Jutetasche mit 😉 egal wo du hingehst.

Unverpacktläden aufsuchen:

Es gibt in einigen Städten Deutschlands sogenannte Unverpacktläden, ähnlich unseren Tante Emma Läden früher und bald auch in Bamberg ;-). Dort hast du kein Plastik. Deine Gefäße musst du selber mitnehmen, damit du deine Waren transportieren kannst.

Alternativen zu Plastik finden:

  1. Zahnbürsten brauchen wir alle! Aus was sind die? Aus Plastik. Glücklicherweise gibt es nun Bambuszahnbürsten – biologisch abbaubar. Schau sie dir einfach mal an, probier sie aus, wenn sie dir taugt, dann benutze sie.
  2. Seit Tupperware ist auch der Bereich der Frischhaltedosen gewachsen. Es gibt auch Glasbehälter – allerdings wieder mit einem Plastikdeckel, aber somit hast du schonmal den Plastikanteil ziemlich reduziert, außerdem ist diese Variante weitaus hygienischer und gesünder.
  3. Kauf nicht die Plastikflaschen-Getränke, sondern steig auf Glas um!!! Jeeeder kauft diese scheiß Plastik-Sixpacks, um die nochmal Plastik gewickelt ist. Wir sind in Deutschland, bei uns gibts glücklicherweise Getränkemärkte, die Glasflaschen verkaufen – nutze das. So werden ganze Plastiklawinen zurückgehalten. Die PET-Flaschen enthalten Giftstoffe und das Wasser schmeckt einfach -„sorry“- scheiße. Es gibt noch weitaus mehr Plastik-Einsparmöglichkeiten, dann aber platzt mein Beitrag, darüber gibts nochmal einen extra Film und einen eigenen Beitrag 😉

Du siehst, bewusst leben heißt nicht unbedingt Einbußen erleben – im Gegenteil. Bewusst leben ist eine Win-win-Situation für alle. Wer bewusst lebt, wird sich auch mit guten Projekten beschäftigen, die für alle Beteiligten ein echter Gewinn sind. Wer bewusst lebt, wird diese Erde zu seinem Paradies umgestalten – denn wir sind alle Schöpfer!

In diesem Sinne, wünsche ich dir die richtigen Entscheidungen, deine Conny Keule

Verfolgen Conny Keule:

Dipl.-Ing.(FH) Umweltsicherung

Liebe ist... Natur, Gesundheit und gute Rezepte ;-)

Eine Antwort

  1. […] und anderem Müll ein echtes Problem! Lies dazu bitte auch meinen bereits erstellten Beitrag „Wie kommt das Plastik ins Meer?“ Bis zum nächsten spannenden […]

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