Alpenrausch und Enzian

Österreich ist nun erreicht und ich befinde mich im Salzburger Land. Da ich schon eine ganze Weile mit dem Auto unterwegs und deshalb dementsprechend müde bin, entscheide ich mich, von der Autobahn runter zu fahren und ein oder mehrere Tage die schöne Landschaft zu genießen.

Ich trinke etwas Kühles in einer Gaststätte und höre mich nach Campingplätzen um. Tatsächlich befindet sich gleich einer in der Nähe der Gaststätte. Ich checke ein und entspanne mich. Die Menschen hier sind mehr als nett und es herrscht eine familiäre Atmosphäre.

Ich habe Lust auf eine Bergtour – auf Alpenrausch und Enzian. Um fünf Uhr stehe ich auf und starte erfrischt und motiviert. Die Landschaft ist traumhaft und ich merke: „Morgenstund` hat Gold im Mund“.

MorgenstimmungIch will zur Unterjochalm. Dahin führt ein Schotterweg, vorbei am Bärenhof. Der Weg ist prädestiniert für Mountainbiker. Es geht serpentinenartig nach oben und es ist schon 9:30 Uhr, als ich endlich an der Unterjochalm ankomme. Der Weg war zum wandern etwas langweilig bis dahin, da sich der Schotterweg wahnsinnig lang nach oben gezogen hat.

Am Wegrand jedoch findet man viele Zeugnisse unserer Vorfahren. So auch eine Steinzeithöhle, direkt am Weg, die mit einem kleinen Altar versehen ist. Die typischen Holzgatter muss man immer wieder schließen, da Kühe auf der Weide stehen und frei umherlaufen.

UnterjochalmIch erhaische einen Blick auf die Unterjochalm und freue mich schon auf ein erfrischendes Radler und ein kräftiges Frühstück. Eine Sennerin bewirtschaftet die Hütte alleine. Mein Frühstück: Selbstgebackenes Brot mit selbst hergestelltem Käse und drei Scheiben Schweinebauch, dazu ein erfrischendes, kühles Radler. Das Ganze für den Preis vonAlpenrausch 9,50 Euro! Horend, denke ich mir, gebe aber dennoch ein Trinkgeld…

Nach diesem guten Frühstück steige ich auf zur Stahlhütte. Nun auf einem richtigen Bergwanderweg, so wie ich das gewöhnt bin, schieße ich die schönsten Fotos. Es blüht auf den Wiesen der bezaubernde Alpenrausch und das Panorama ist einzigartig. Es ist ein kleines Paradies, durch das ich gerade laufe und hoffe insgeheim, dass das auch so bleibt.

Reinstes WasserReinstes Wasser fließt durch die Bachbetten, so klar, dass man jede Einzelheit am Grund erkennt.

In der Mitte des Weges habe ich nochmal Gelegenheit meine Trinkflaschen aufzufüllen, bevor es den steilen Anstieg zur Stahlhütte hinauf geht. Es ist sehr heiß und einige hundert Meter vor dem Ziel überkommt mich Gänsehaut und Übelkeit sowie Müdigkeit. Ich muss halt machen und mich in den kleinen Schatten einer Latschenkiefer setzen, um keinen Hitzeschlag zu bekommen. 20 Minuten, nachdem ich mich runtergekühlt habe, laufe ich langsam weiter. Das Ziel nähert sich – die Stahlhütte. Angekommen genieße ich die sagenhafte Aussicht auf die umliegenden Berge. Hier stoßen Österreich und Deutschland zusammen.
EnzianDen schönen Enzian habe ich auf dem Weg zur Stahlhütte schon entdeckt – er darf auf keinen Fall gepflückt werden, denn er steht streng unter Naturschutz!Blumenwiese

Nach einem schlechten Bier und einem sehr unfreundlichen Wirt auf der Stahlhütte, dennoch einem gemütlichen Zusammensitzen mit zwei Wanderern, zieht es mich weiter zum Jenner. Es geht vorbei an einer blühenden Bergwiese. Ein seltener Anblick. Könnten doch alle unsere Wiesen wieder so schön blühen, wie diese unbehandelte hier, dann gäbe es auch wieder mehr Artenvielfalt. Mehr Schmetterlings- und Käferarten und eine reichere Flora und Fauna.

Ich bin bereits wieder in Deutschland und auch zu dieser Hütte ist der Weg gegen Ende hin ziemlich steil. Die Hitze ist nicht gerade förderlich, oftmals rutsche ich weg, weil meine Schuhe wenig Profil haben und dann komme ich am Gipfel an. Wow.

Ein wunderschöner KönigsseeBlick auf den Königssee und den Watzmann. Ein kühles Lüftchen sorgt für Wohlbehagen und ich erfreue mich an den Schmetterlingen, die die Blumen anfliegen.

Noch ein Stückchen weiter oben, kann ich einem

DrachenfliegerDrachenflieger zuschauen, wie er durch die Lüfte gleitet.

Es gibt so wunderschöne Orte auf unserer Erde, wir sollten sie mehr schützen und Orte, die zerstört wurden wieder aufbauen, damit wir wieder in die Artenvielfalt und Harmonie kommen.

Vom Gipfelkreuz geht’s wieder runter zur Gaststätte. Ich frage mich, wieso die alle so entspannt sind…

Es gibt eine Gondelbahn nach oben. Ich denke, der Jenner ist ein beliebtes Ausflugsziel für jung und alt. Der Rundumblick lohnt sich allemal. Die Bewirtung ist freundlich und es gibt ein sehr gutes „selbstgemachtes“ Eis.

JennerbahnIch entscheide mich nachmittags wieder nach unten zu laufen. Es ist bereits 15:30 Uhr und ich habe ein gutes Tempo. Als ich an der Unterjochalm vorbei bin, komme ich wieder auf den Schotterweg. Ich laufe eine Serpentine nach der anderen, der Weg scheint endlos, wie in einem schlechten Märchen. Aufwärts ist mir das doch nicht so lange vorgekommen…

Es nervt. Immer dasselbe. Schotter, Kurven, alles sieht gleich aus. Wo ist der Bärenhof???

Wie lange geht das noch so weiter? Anscheinend bin ich müde, sonst ginge das schneller bergab. Ich mache Pause, mich langweilt der Weg. Immer dasselbe und wenn man um die Kurve kommt, siehts wieder so aus wie vorher. Es ist eigenartig. Immer, wenn ich denke, „so – jetzt kommt der Bärenhof“, kommt noch eine Kurve mehr.

Doch dann – endlich – nach endlosem runterwatscheln hab ichs geschafft und der Bärenhof ist da. Jetzt nur noch den breiten Schotterweg entlang, vorbei an den Seen und ich bin unten.

Bergbilder-Album

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Das war ein langer Abstieg! Der Aufstieg aber hat sich echt gelohnt und ist absolut zu empfehlen. Allerdings, wer nicht unbedingt megadurstig oder -hungrig ist, sollte die Stahlhütte meiden. Unfreundlichkeit, gepaart mit schlechten Produkten, geht gar nicht.

Ein kurzer Abstecher noch zum Badesee, in den ich unbedingt noch reinspringen muss, um mir die Strapazen vom Körper zu waschen und die gestauchten Gelenke zu entspannen.

An meinem schnuckeligen Campingplatz angekommen, werde ich herzlich begrüßt, erzähle meine Erlebnisse und gehe erstmal duschen. Heute freue ich mich auf mein Bettchen und einen ausgiebigen Schlaf.

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Liebe ist...

Natur, Gesundheit und gute Rezepte ;-)

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