Der Kroatien-Trip

Bin losgefahren – endlich. Nach einer laaaangen Fahrt habe ich irgendwann um 19:00 Uhr keine Lust mehr. Bin im Bayerischen Wald gelandet und schlafe irgendwo im Wald, zufällig in der Nähe von Gut Aiderbichl. Die Landschaft ist in einen diesigen Schleier getaucht – wie bei uns daheim auch.

Nach meinem ausgiebigen Besuch auf Gut Aiderbichl fahre ich um 13:00 Uhr los. Ich fahre, fahre, fahre … bis 1/2 11 Uhr nachts. Bin irgendwo in Slowenien Richtung Zagreb auf einem Parkplatz schlafen.

Opel KozinaUm 6:00 Uhr morgens gehts weiter. Die Lichtmaschine leuchtet auf – oh nein. Ich bleibe beim nächsten Parkplatz stehen, schaue in den Motorraum und stelle fest, dass der Öldeckel fehlt. Ich fahre die nächste Ausfahrt runter zu „Opel Kozina“ und hoffe, es wird nicht zu teuer. Nachdem ich das Öl aufgefüllt habe, ist wenigstens das Leuchten der Lichtmaschine weg. Ich warte bis geöffnet wird. 7:00 Uhr hoffe ich.

Autobahnschild RijekaAußerdem gibt es eine Reiseplanänderung. Ich fahre direkt nach Kroatien – ich brauche Entspannung nach dem ganzen Stress in Deutschland. Das ewige Fahren nervt mich jetzt schon und ich entscheide mich, den Weg nach Rijeka ans Meer zu nehmen. ich finde, drei Tage Autobahn und stressiges Fahren sind genug. Preis-Leistung: „da hätte ich auch mit dem Flieger fliegen können, das wäre billiger und stressfreier gewesen!“

Das Navi taugt auch nix. Ich wollte mein Ziel eingeben – den Ort gab es gar nicht, es wurde sogar nicht einmal der Anfangsbuchstabe selbst angezeigt. Wieder Geld zum Fenster raus geschmissen…

Es ist zehn vor acht, Opel Kozina öffnet die Pforten. Mir wird ganz freundlich ein starker Instantkaffee angeboten. Als ich den Zucker in den Kaffee schütte, rennt eine Schabe raus und wie wild auf dem Tisch herum. Ich muss lachen, habe irgendwie keine Lust mehr auf den Kaffee, nehme aber dennoch drei Schlucke. Ich denke mir: „ist schon wieder wie immer, wenn ich unterwegs bin…“

Als das Tier Anlauf nimmt und auf mich zurennt, puste ich es vom Tisch.

Ich bin voll müde, fahre ja jetzt schon den dritten Tag mit schlechtem und ungemütlichem Schlaf im Auto… Hoffentlich geht das mit dem Tankdeckel schnell, denn ich will endlich ans Meer – entspannen!

Bin nun, auf Anraten des Opelverkäufers, am Ersatzteilladen. ich treffe einen Kroaten, der in Nürnberg gelebt hat und sehr gut deutsch spricht. Wir unterhalten uns ganz gut. Der Ladenbesitzer gibt mir meinen neuen Öldeckel – er passt – hervorragend!

Der nette Herr vom Opelhaus sagte mir, er kostet 3€. Nun – als ich bezahlen soll – sagt der Ersatzteilverkäufer etwas vorsichtig und genuschelt: „23€“. Ich sage: „er kostet 3€“. Der Verkäufer sagt: „ok“.

Ich fahre weiter – glücklich – bedanke mich vorher bei allen und wünsche alles Gute, will noch tanken, ist ja billiger abseits der Autobahn. Die Maut-Abzocke ist schon teuer genug. Getankt. Ich will zahlen. Sie nehmen nur Kuna, keine Euro. Der Tankstellenwart entschuldigt sich tausend Mal. Er spricht auch sehr gut deutsch und schickt mich mit einem seiner Reinigungsmädels zur Poststelle um Geld zu wechseln. Ganz netter Zug von ihm, denke ich mir. Außer, dass ich das ganze Gepäck von vorne nach hinten umladen muss, verläuft alles ganz reibungslos. Wieder an der Tankstelle zahle ich und fahre weiter, nachdem der Tankstellenwart sich nochmal tausend Mal entschuldigt hat für die ganzen Unannehmlichkeiten. Ich dachte ich wäre im Euroland und müsste gar nicht wechseln…

WaldsterbenRijekaAuf dem Weg nach Rijeka – ugf. 40 km vorher – Waldsterben. Außer den totalen Kahlschlag in Perú, habe ich so etwas noch nie gesehen. Abgebrochene Bäume, alles verdörrt und kahl. Als es 13:30 Uhr ist, bin ich endlich da. Rijeka – eine Stadt, zwar am Meer, aber nicht so mein Ding. Also gehts weiter auf Krk, wo ich einen Campingplatz ansteuere. Als ich mir den Preis für mich, mein Zelt und Wagen ausrechnen lasse, bin ich innerlich geschockt: 36!!!€ für eine Nacht. Gehts noch? Wahnsinn, für das Geld bekomme ich ein gutes Zimmer in einer Pension mit weicher Matratze und evtl. noch Fernseher.Ich denke mir: „die Leute haben echt viel Geld, wenn sie so viel Geld für einen popeligen Platz auf dem Campingareal bezahlen“. Ganz zu schweigen von den Campern mit ihren teuren Luxuswägen.

KieselstrandBrücke KrkNaja – egal. Es ist heiß und ich will ans Meer, also sehe ich mir den Campingplatz an. Das Wasser ist schön klar, der Kieselstrand sehr hart. Ich gehe ins Restaurant und trinke erst mal eine eiskalte Limonade. Hab ich mir auch irgendwie verdient nach der langen und heißen Fahrt. Internetanschluss gibt es auch und eine Pizza mit extra viel Knoblauch, die geradezu im Öl schwimmt…

Auf dem Weg nach Baska entdecke ich einen tollen Strand, an dem auch die Einheimischen baden gehen. Eine Partymeile mit Ausleihständen und direktem Zugang zum Meer – perfekt.  Kurzentschlossen biege ich ein, parke und ab ins Wasser – ahhhhhh….endlich richtig baden. Abkühlen nach drei heißen Tagen Autofahrt. Relaxed baue ich mir abends mein Tischchen auf, zische mein Feierabendbier und genieße den Sternenhimmel.

Ich entscheide mich für noch eine Nacht im Auto, stehe frühmorgens schon um fünf Uhr auf und starte eine Erkundungstour. heute steht richtige Entspannung auf dem Plan. Schwimmen, schnorcheln, Boot fahren, essen, trinken. Dolce Vita. Nette Menschen kennen lernen. Ich freue mich, die Leute sind entspannt und offen sowie hilfsbereit und – sie lächeln. Kenn´ ich gar nicht mehr, dass Menschen lächeln können.

Als ich mein Schlauchboot aufpusten will werde ich promt gefragt ob ich Hilfe brauche. Super ja! Sage ich und bekomme eine tolle Doppelhubpumpe. Das Boot ist im Null Komma Nix startklar. Ich klemme mir den Schnorchel aufs Gesicht und los gehts. Ein Bootfahrversuch geht schief. Beim paddeln merke ich schnell, dass der Wind zu stark ist und mich aufs Meer raus drückt. Ich paddel um mein Leben! (…ganz so schlimm wars nicht 😉 aber es ging beängstigend schnell Richtung offenes Meer)

Zwei Tage genieße noch das Strandleben, lerne ein Verkaufsteam kennen – sie verkaufen Trips auf dem „Seabob“. Cooles Teil. Zehn Minuten fahren kostet 100 Kuna – so um die 12,50€. Schon teuer, deshalb verhandel ich ein bisschen – mit Erfolg. Ich darf sieben Minuten für 50 Kuna fahren. Geiles Teil. Du kannst richtig schnell durchs Wasser flitzen und sogar abtauchen und unter Wasser weiter fahren…Spitzenteil – ich fühle mich wie James Bond und mir wird gesagt, ich bin die erste Frau, die es testet.

Leider bekommt der Junge Ärger mit seinem Chef – ein Deutscher – weil er nichts verkauft hat an dem Tag und mir noch für einen günstigeren Preis den Ride verkauft hat. Dummer Chef, denke ich mir, denn wenn ich nicht gewesen wäre, hätte er gar nichts eingenommen. Also gehe ich mit dem Prospekt los und fange an am Strand zu verkaufen. Eine halbe Stunde spreche ich Badegäste an – danach – die ersten Kunden. Ein Papa mit seinen beiden Kindern. Super, denke ich mir, denn für morgen haben sich auch schon zwei angemeldet.

Der dumme Chef ärgert sich weiter. Ich denke mir: „muss der blöd sein – demotiviert seine Verkäufer und ärgert sich dann noch, wenn diesen von Fremden geholfen wird“.

Mann auf FrauAbendbierIch sitze öfter mit den Jungs vom Strand zusammen und wir unterhalten uns sehr gut, reden über Göttin und die Welt 😉 alles ist entspannt und ich lerne
auf diese Weise so ein bisschen die Sicht und das Leben des kroatischen Volkes kennen. Zeit genug auch, um die Menschen am Strand zu beobachten und sich zu wundern, was sich manche Frauen von ihren Männern so alles gefallen lassen…

Auch dieser Tag geht zu Ende. Ich trinke mein Bier auf der Barterrasse und genieße den Sonnenuntergang.

Letzter Tag am Strand – ich gehe an den FKK-Strand und mir glotzen jede Menge gebückte, nackte Rentner-Hintern entgegen. Ein Bild, das ich nie vergessen werde!

RentnerpoDer Künstler

Ich habe mein ruhiges Plätzchen gefunden. Auf einmal gesellt sich ein Mann zu mir, baut seinen Schirm auf, gibt sich als Maler aus und will ein Aktbild von mir malen. Ich stimme zu – mal sehen, was er auf dem Kasten hat. Die Situation ist etwas eigenartig und ich merke schon jetzt, dass dieser Mensch andere Absichten hat. Ich höre mir seine Geschichten an, auch dass er eine Frau hat, mit der er glücklich ist. Er erzählt mir, er hätte eine Ausbildung gemacht mit der er nun chinesische Heilmassagen anbieten kann. Als die Frage kommt: „möchtest du eine Massage haben?“. Sage ich laut und verständlich, fast abwertend: „NEIN DANKE!“

Er zieht Leine, ich habe meine Ruhe wieder und genieße die letzten Sonnenstrahlen, bevor ich morgen Kroatien wieder verlasse…

WeihnachtskostümeSeehechtEs ist sowas von heiß, dass selbst ich es nicht aushalte. Einen Tag am Strand hänge ich doch noch dran, aber die Hitze ist echt krass. Einmal noch besuche ich den Krk-er Campingplatz. Heute wird hier „Happy Half New Year“ gefeiert und alle laufen in Weihnachtskostümen mitten im Sommer rum. Auch etwas seltsam, denke ich mir, aber die Kroaten haben eben auch ihren Humor und lachen, als ich sie auf ihre eigenartige Feier anspreche :-D. Ich gönne mir einen gegrillten Seehecht im Restaurant und lasse mir die eiskalte Limonade die Kehle runter laufen. Das alles bei angenehmer Partymusik.

Ein Tag also noch am Strand, den ich in vollen Zügen genieße. Ich wundere mich, dass es so eben ins Wasser rein geht. Ein Mann hat so eine Art Einstiegsbahn geschaffen – mords Arbeit. Er hat stundenlang die großen Kieselsteine aus dem Meer geräumt 😀 Die Seeigel waren dann wenigsten auch nicht mehr so zahlreich vorhanden…

SeeigelinvasionGrilleÜberhaupt kannst du nur mit Badeschuhen in Kroatien ins Wasser, eben wegen der zahlreichen Seeigel dort und der groben Kieselsteine. Beim Rückweg entdecke ich noch eine der lautzirpenden Grillen, die sonst eher schwer zu Gesicht zu bekommen sind. Das war in Kroatien übrigens auch meine schönste Begegnung. Wunderschön golden haben ihre Flügel geschimmert…fasziniert bleibe ich stehen und freue mich über ihren Anblick.

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Nach ÖsterreichDer Blitzurlaub in Kroatien ist nun zu Ende und ich mache mich auf den Weg nach Österreich. Es ist einfach zu heiß. Sogar für

Conny Keule

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Natur, Gesundheit und gute Rezepte ;-)

2 Comments

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    Hallo Uwe,

    danke und freut mich, dass dir mein Artikel gefällt 😉
    Klar würden wir wieder hinreisen, aber es gibt ja noch jede Menge andere schöne Länder auf unserem wundervollen Planeten 😉
    Ich hoffe du hast mit meinen anderen Beiträgen auch so viel Spaß.

    Alles Gute dir, Conny Keule

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    Welch ein wundervoller Artikel. Ich musste schmunzeln, als ich die Fotos eben gesehen habe 🙂 Trotz des „Hinterns“, würdet ihr wieder nach Kroatien verreisen?

    LG
    Uwe

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