Libellen – Himmelsjäger

Libellen – Himmelsjäger vom feinsten


Libellen auch Odonata genannt, sind wahre Himmelsjäger!

Sie haben einen perfekten Flug, von dem Fluggerätehersteller nur träumen können. Hast du schon mal einer Libelle bei ihren Flugmanövern zugesehen, wirst du genauso erstaunt gewesen sein wie ich.

Libellen können ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen, so können sie im Flug sehr schnell die Richtung ändern. Gehirn und Organe der Libelle sind in einer zähen Flüssigkeit gelagert, so dass sie problemlos hohe Belastungen bei ihren talentierten Flugmanövern aushalten kann, denn durch die schnellen Bewegungsänderungen wirken starke Kräfte auf die Tiere, sodass sie bewusstlos werden würden, hätte die Natur sie nicht mit diesem raffinierten Trick ausgestattet.

Libellenlarve

Nach der Eiablage schlüpfen zunächst die sogenannten Prolarven, die sich von der späteren Larve deutlich unterscheidet. Meist haben sie einen längeren Köper und die Beine funktionieren noch nicht so richtig. Eine erste Häutung geschieht schon in den ersten Sekunden bzw. Stunden nach dem Schlüpfen!

Unsere Kleinlibellen können unter Wasser selbstverständlich atmen, das geschieht durch drei am Hinterende sitzende, blattförmige Tracheenkiemen, mit denen sie Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen. Bei Großlibellen ist das etwas anders gelagert, die Kiemen befinden sich im Rektalbereich, also im Enddarm, wo die Sauerstoffaufnahme durch ein bestimmtes Gewebe stattfindet. Absolut interessant, wie ich finde.

Bis zu 15 Larvenstadien können durchlaufen werden, bis die Libelle dann ins Erwachsenenstadium kommt!

Gegen Ende des letzten Larvenstadiums verlässt das Tier das Wasser zum „Schlupf“, auch „Emergenz“ genannt. Aus dem letzten Larvenstadium schlüpft dann die vollendete Libelle, übrig bleibt die sogenannte „Exuvie“, anhand derer die zugehörige Libellenart bestimmt werden kann.

Was für interessante Tiere oder?

Fortpflanzung

Ein Thema, das viele interessiert. Wie pflanzen sich Libellen fort? Du kannst direkt bei dem Hochzeitstreiben der gebänderten Prachtlibelle zusehen. Es geht sehr wild und flatterhaft zu und die Männchen versuchen ein Weibchen zu ergattern. Ein spannender Kampf beginnt und die Männchen üben kleinere oder größere Gefechte in form von Flugmanövern aus, versuchen sich gegenseitig aus der „Paarungsbahn“ zu schmeißen und lassen nichts unversucht, um ihr Erbgut weiter zu geben.

Der „Hochzeits-Tanz der Libellen“ nimmt einen magisch gefangen und du kannst die Aufgeregtheit richtig spüren, wenn du dich mitten in dem Treiben befindest und bei dem großen Fest dabei bist.

Dieses wilde Treiben dauert einige Tage an…

Hat nun endlich ein Männchen ein Weibchen ergattert – du siehst das am Ende meines Videos – dann hat es erst noch mit den anderen Männchen zu kämpfen und muss diese abschütteln, denn die versuchen bis zum Schluss doch noch Sieger zu sein. Jetzt gilt es mit einer speziellen Greifvorrichtung das Weibchen am Kopf zu packen. Ist das gelungen, fliegt das Männchen hektisch mit dem Weibchen weg. Man sieht oftmals sich paarende Libellen im Flug, sie setzen sich aber auch auf Blättern nieder und feiern ihre Hochzeit.

Während das Männchen das Weibchen fest im Griff hat, biegt sich das Weibchen nach vorne, um den Samenbehälter des Männchens mit der eigenen Geschlechtsöffnung zu berühren. Nun gibt das Männchen seine Erbinformation an das Weibchen ab, woraufhin das Weibchen zum im Wasser wachsenden Schilf fliegt und kopfüber am Schilfgras unter Wasser läuft, wo es das befruchtete Eipaket ablegt. Das Männchen bewacht diese Eiablage.

Sicher hast du schon gesehen, wenn sich zwei Libellen lieben – es sieht aus wie ein Herz. Im deutschen Sprachgebrauch nennen wir es das „Paarungsrad“, während die Franzosen einen weitaus romantischeren Begriff gewählt haben, nämlich „das Herz der Liebe“ – „Coeur d`Amour“.

Das Greifen der Libellen birgt auch ein Geheimnis – es können sich nur artgleiche Tiere paaren aufgrund des sogenannten „Schlüssel-Schloss-Prinzips“. Das liegt wohl daran, dass die Männchen trotz ihrer guten Facettenaugen sich im Liebesrausch wie wild auf alles stürzen und dabei einfach ihre Art vertauschen könnten, damit das nicht passiert, hat die Natur eben das Schlüssel-Schloss-Prinzip eingeführt 😉

Libellenarten

Momentan haben wir in Deutschland etwa 81 Libellenarten. Diese werden unterteilt in drei Unterordnungen; den Großlibellen (Anisoptera/Ungleichflügler), den Kleinlibellen (Zygoptera/Gleichflügler) und den Urlibellen. Libellen bilden eine Ordnung innerhalb der Klasse der Insekten.

Prachtlibelle

Calopterygidae genannt. Das ist unsere Libelle aus dem Video. Die Prachtlibellen zählen zu den größten Kleinlibellen. Einige Tiere sind sogar größer als Großlibellen. Da es in Europa nur zwei dieser Art gibt, ist es für uns sehr einfach sie zu unterscheiden. Unsere Prachtlibelle ist die sogenannte „gebänderte Prachtlibelle – Calopterix splendens“.

Im Video siehst du sehr viele blaue Libellen, die einem mit ihrem metallisch in der Sonne glänzenden Anblick richtig gefangen nehmen – das sind die Männchen der gebänderten Prachtlibelle; die Weibchen sind metallisch-grün gefärbt. Irgendwie war an meinem Filmtag ein Überschuss an Männchen da…

Die gebänderte Prachtlibelle liebt langsam fließende Gewässer mit sandigem Untergrund und sonnige Standorte.

Du kannst diese Libellenart von Ende Mai bis Anfang September in der Natur besuchen gehen und sie bestaunen.

Was fressen Libellen ?

Die Larven fressen kleine Flohkrebse. Tatsächlich halten sich die Larven der Libellen ja im Wasser auf, teils sogar in der Hauptströmung! Sie erbeuten außerdem Larven von sogenannten Zweiflüglern, ab und zu auch Larven von Eintagsfliegen.

Ist die Libelle „erwachsen“ das heißt, so wie wir sie an Land kennen, nämlich geflügelt, erbeutet sie Klein- bis Kleinstinsekten wie Mücken oder auch Blattläuse.

Einige Großlibellenarten können sogar kleine Fischchen erbeuten. Richtige Räuber sind das! Die schnellsten unter ihnen erreichen Geschwindigkeiten bis zu 40 Km/h.

Wie alt werden Libellen ? 

Alle Libellen durchlaufen die gleichen Stadien in ihrer Entwicklung. Vom Ei zur „Prolarve“, von der Prolarve zur Larve und dann zur Libelle. Die meisten Libellen durchlaufen eine vollständige Metamorphose, d.h. Ohne Puppenstadium. Die Larven können sich bis zu 15 mal häuten.

Die Entwicklungszeit der Tiere im Wasser beträgt mehrere Monate bis zu fünf Jahre. Damit verbringen Libellen ihre meiste Zeit im und unter Wasser! Als Erwachsene, sogenannte Adulte Tiere, ist ihre Lebenszeit schnell vorüber. Kleinlibellen leben im adulten Zustand 5-17, maximal 90 Tage, während Großlibellen eine Lebenserwartung von 2-6, maximal 12-16 Wochen haben.

Im Tierreich ist das oft so, dass der Höhepunkt des Lebens die Hochzeit ist, danach wird gestorben – das sollte uns Menschen zu denken geben 😉 Hahahaaa LoL…

Leider ist die gebänderte Prachtlibelle in ihrem Bestand als gefährdet eingestuft. Früher trat sie in rauen Mengen in Auegebieten auf.

Sind Libellen gefährlich ?

Und damit räume ich, hoffe ich, einen der größten Irrtümer der Menschen aus dem Weg!

Früher dachten ja viele Leute, Libellen wären gefährliche Tiere und selbst ich wurde so von meinen Bekannten „geimpft“. „Libellen wären gefährlich, weil sie stechen würden“.

Quatsch! Und ich habe das damals auch noch geglaubt…

Früher hatten diese unschuldigen Tiere bösartige und beängstigende Namen wie: „Teufelsnadel“, „Schlangenstecher“ oder „Augenbohrer“ sowie „Pferdetod“. Libellen besitzen keinen Stachel, wie fälschlicherweise vermutet von den ganzen Irren da draußen, die vor allem Angst haben und andere damit anstecken. Angst ist so eine Volkskrankheit!

Ein lustiger Film dazu 😉 ich liebe diesen Film! Hysterie pur hahaa.

Allerdings können Libellen mit ihrem Mundorgan, der Fangmaske, zwicken, womit die Angst nun bei einigen wieder zurück ist 😀

Alles in Allem höchst interessante und spannende, sowie wunderschöne Tiere. Du kannst dir meinen Libellenfilm so oft anschauen, wie du möchtest, am besten immer mal zwischendurch zur Entspannung und zur Aufhellung deiner Laune! 😉

Alles Gute und bis zum nächsten spannenden Thema, deine Conny Keule

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Liebe ist...

Natur, Gesundheit und gute Rezepte ;-)

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